Wiese im Wandel.

Biodiversität statt Artenarmut!

Idee, Hintergrund & Planung

Wir freuten uns, als Bürgermeister Häfele uns zum Mitmachen bei der Aktion „Blühendes Neresheim“ einlud.

Schon seit einiger Zeit beschäftigen wir uns damit, wie im Stadtgebiet blühende Flächen geschaffen werden könnten und da lag es nahe, uns mit einem Blühwiesen-Projekt an der Aktion zu beteiligen.

Der Hintergrund: Artenschutz

Blühende Wiesen sind in unserer Landschaft immer seltener zu sehen: für Silagefutter werden Wiesen schon sehr früh und zudem häufig abgemäht. Folge: Die Pflanzen kommen nicht mehr zum Blühen und können keine Samen bilden. Dadurch, und durch Düngen der Wiesen, verschwinden viele Blumen. Die so entstandenen „Grünflächen“ fallen als Nahrungsangebot für unzählige Insektenarten weg. Eine der Ursachen für das dramatische Insektensterben.

Eine schöne Idee, gedacht als Anregung …

Mit einer Blumenwiese wollen nicht nur einen Beitrag zum Artenschutz leisten, sondern zeigen, wie schön und interessant blühende Wiesen sind und Gartenbesitzer*innen dazu anregen, vielleicht einen kleinen Teil ihres Rasens in eine solche umzuwandeln.

Damit die Wiese nicht nur von außen zu besichtigen sein würde, wollten wir einen Weg in Form eines Labyrinths hineinmähen.

Ein Labyrinth als Weg nach Innen

Das Labyrinth (nicht zu verwechseln mit einem Irrgarten) ist ein altes Symbol z. B. für den Lebensweg, der nicht geradeaus, sondern in Kurven verläuft und in konzentrischen Kreisen zwar zu einer anderen Zeit, aber doch immer wieder an gleichen Punkten (z. B. im Jahresverlauf) vorbeiführt.
Aber ganz gleich, wie man das betrachten möchte, ein Gang durch ein Labyrinth kann sehr meditativ sein. Wir fanden, solch ein Weg wäre sehr schön, das Innere der Wiese zu erkunden und aus der Nähe zu sehen, was da alles blüht, summt und krabbelt.

Idee trifft auf Wirklichkeit …

Bei einem ersten Vor Ort-Treffen (Ende November 2019) der Vertreter*innen der beteiligten Vereine, Mitarbeiter*innen von Bauhof, Stadtgärtnerei, Bauamt und Bürgermeister Thomas Häfele, wurden die angedachten Projekte besprochen und im Groben die möglichen Flächen zugewiesen. Unser Team hatte auf eine Fläche im oder neben dem Stadtgarten gehofft, es wurde jedoch die große Wiese hinter dem „Judengumpen“.
Eigentümer der Fläche ist die Stadt Neresheim, der Pächter war also schnell ermittelt. Er ist mit unserem Vorhaben nicht nur einverstanden, sondern sicherte Unterstützung zu – soweit war also alles Bestens.

Wir müssen umdisponieren

Die Fläche ist recht groß, hat aber die Form eines eher schmalen Rechtecks, das gegen den Hang hin etwas ansteigt. Für unser geplantes Labyrinth eher ungünstig. Deshalb entschieden wir uns für eine einfachere Form der Wege.

Wiesenfuchsschwanz soweit das Auge reicht: eine Wüste für Insekten!

Unsere Wiese präsentierte sich Mitte Mai als ziemlich kräuterarme Grünfläche, mit ein paar Brennesseln und Klettenlabkraut, im Wesentlichen wachsen jedoch Wiesenfuchsschwanz und Weidel- und Knäuelgras. Dies sind zwar nährstoffreiche Futterpflanzen – allerdings für Insekten kaum nutzbar.

Der Rückgang artenreicher Blühflächen trägt zum dramatischen Insektensterben bei. Die Folge: Insekten wiederum dienen vielen Vogelarten als Nahrung – und inzwischen stehen ca. dreiviertel aller Vögel des „Offenlandes“ in Deutschland auf der Roten Liste, viele sind schon ganz verschwunden.

Mit der geplanten Verwandlung dieser artenarmen Grünfläche in eine Blumenwiese wollen wir einen Beitrag zum Erhalt der – auch für Menschen – lebensnotwendigen Biodiversität leisten.

Alles muss seine Ordnung haben

Der Boden der Wiese ist schon von Natur aus „fett“ und außerdem von Ziegen, die dort gehalten wurden, gut gedüngt. Viele Blumen werden dort nicht wachsen. Also müssen wir mit einer entsprechend angepassten Blühmischung nachhelfen. Dafür muss die ganze Fläche zunächst gefräst werden – und hier begannen die Schwierigkeiten!

Wiesen dürfen – aus gutem Grund – nicht einfach irgendwie bearbeitet und verändert werden. Das Landwirtschaftsamt musste seine Zustimmung geben – was einiger Überzeugungsarbeit bedurfte. Wir danken der Stadtverwaltung (insbesondere Isabelle Strähle) für die Unterstützung dabei! Schließlich erhielten wir die Erlaubnis, für die notwendigen Arbeiten zum Anlegen einer Blühwiese. Bedingung: der Landschaftserhaltungsverband muss ebenfalls zustimmen und die richtige Blühmischung für den Boden auswählen. Das war kein Problem, die Wiese wird in ihrer ökologischen Qualität schließlich aufgewertet und Ralf Worm, Leiter des Landschaftserhaltungsverbandes und Spezialist für blühende Wiesen (sehr empfehlenswert sein Buch: Ralf Worm: Die Wiesenfibel, Selbstverlag bei Quelle & Meyer) stimmte sofort zu.

Improvisation ist alles!

Jetzt hätte es eigentlich losgehen können, aber durch das lange Hin und Her und weil die Gesamtplanung erst Ende des Vorjahres begonnen hatte, war es Mitte März geworden und damit definitiv zu spät, das Grundstück noch zu bearbeiten und vor allem, Samen auszubringen.

Kurz entschlossen haben wir unser Blühwiesen-Projekt zum echten Langzeitprojekt erklärt: wir mähen die Wiese 2 x im Jahr und entfernen das Gras, um ihr Nährstoffe zu entziehen („abmagern“). Wir werden, zusammen mit allen Besucher*innen, beobachten, wie sich unsere Wiese entwickelt und welche Blumen sich mit der Zeit einfinden.

Ein paar Tage vor der Eröffnungsveranstaltung bekamen wir Besuch vom Landschaftserhaltungsverband – und schon ist wieder alles anders … Lesen Sie weiter auf der Seite Realisierung & Weiterentwicklung  (Button unten), es bleibt spannend!

Informationen über die Realisierung des Projektes sowie rund um die blühenden Blumen (laufend aktualisiert) erfahren Sie über die Buttons:

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